Zurück zum Ebene: "Technik der MD-80"

Beleuchtung – sehen und gesehen werden

Die MD-80 verfügt über ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem. Extern fallen diverse Scheinwerfer, weiße Blitzlichter (Strobes), die Positionslampen und roten Antikollisionslichter auf. Ein Teil der am Rumpf befindlichen Scheinwerfer hat die wichtige Aufgabe, ganz bestimmte Bereiche der Tragflächen (Vorflügel), Triebwerkseinläufe etc. bei Dunkelheit zu beleuchten und sichtbar zu machen.

Antikollisionsleuchten

Als Hinweis für alle anderen Flugzeuge und Vorfeldpersonal sowie Fahrzeugen dienen die Antikollisionslichter. Zwei schnell rotierende, rote Leuchten (eine auf dem Rumpf, eine Leuchte unter dem Rumpf) warnen davor, daß sich ein Flugzeug entweder in den nächsten Momenten vom Gate oder von ihrer Vorfeldposition in Bewegung setzt und/oder ihre Triebwerke startet. Diese Leuchten sind aber auch eingeschaltet, wenn sich ein Flugzeug nach einer Landung zu ihrer Parkposition bewegt.

Eine MD-87 der Iberia wartet mit voller "Festbeleuchtung" auf/Courtesy: Fred Seggie

Landescheinwerfer

Landescheinwerfer am Rumpf sollen für eine verbesserte visuelle Erkennbarkeit in Dunkelheit sorgen. Zusätzliche Landescheinwerfer können an den Tragflächenspitzen per Elektromotor je nach Bedarf  aus der Flügelspitzenunterseite ausgefahren werden. Diese beiden Strahler werden aber bei einem Triebwerksausfall beim Start oder beim Durchstartmanöver automatisch eingefahren. Damit wird unnötiger, weiterer Luftwiderstand vermieden. Selbst unter normalen Flugbedingungen sollen diese Strahler beim Steigflug und beim Landeanflug dafür sorgen, daß es bei den MD-80-Tragflächenspitzen auch in ruhiger Luft zu leichten Schwingungen kommt.

Licht in Cockpit, Kabine, Frachtraum

Intern sollte man zwischen Cockpit,  Kabine und Frachtraum unterscheiden. Im Cockpit kann die Besatzung einerseits die Beleuchtung stufenlos regeln, andererseits auch zwischen weißer, roter Farbe und zusätzlich fluoreszierende Lichtquellen wählen. In der Kabine sorgt eine ausgefeilte Beleuchtung dafür, daß die Kabine größer wirkt, als sie in Wirklichkeit ist. Flugzeughersteller haben die Kabinenbeleuchtung u.a. bei den Flugzeugen der Airbus A320-Familie und bei der Boeing 717 noch weiter verbessert und noch individueller gestaltet. Bei der MD-80 ist die Kabinenbeleuchtung nicht direkt sichtbar, sondern über und hinter den Gepäckfachklappen „versteckt“, bzw. weitere Beleuchtungselemente im Bereich zwischen Kabinenwand und Gepäckfächern oberhalb der Belüftungsschlitze platziert.

 

Für jeden Passagier steht je eine, an der Unterseite der Gepäckfächer angebrachte Leselampe zur Verfügung, die je nach Bedarf eingeschaltet werden kann. Sie ist individuell verstellbar. Diese Leselampen gehören zum PSU- Passenger Service Unit. Hier können Passagiere die Luftzufuhr der Belüftungsdüsen selber einstellen, einen Flugbegleiter per Knopf rufen und dort sind auch die beleuchteten Symbole und Schriftzüge der  „Nicht Rauchen“ - und Anschnallzeichen.

 

In den Bordküchen befinden sich für und an den Arbeitsflächen weitere, zusätzliche Leuchten. Ein Teil der Deckenbeleuchtung ist an das Notstromsystem angeschlossen und bietet somit auch bei einer Störung noch Licht. Die Beleuchtung der Notausgänge, die Fluchtwegmarkierungen und die Hinweisschilder sind ebenfalls an das Notstromsystem angeschlossen und sollten auch hier im Notfall per Batterie gespeist werden. Neuerdings gibt es auch Fluchtwegmarkierungen, die keinen Strom benötigen und zuverlässig und mit ausreichender Stärke leuchten können. Hierbei laden sich die Fluchtwegmarkierungen durch Tages - und Kabinenlicht auf.

Beleuchtung an Notausgängen

Bei der MD-80-Serie bieten sämtliche Türen und Notausgänge eine auch für den Notfall  vorgesehene Beleuchtung des Ausstiegsbereichs. Hierbei dienen bei den Türen in den Türrahmen eingelassene Beleuchtungselemente als Quelle zum Ausleuchten des Türbereichs von oben, während auch bei den Notausstiegen von oben der Lukenbereich ausgeleuchtet wird.Zusätzlich bieten im Rumpfeingelassene Evakuierungsleuchten dafür, dass der Tragflächenbereich in der Nähe der Notausstiege und den vorgesehenen Fluchtwegen erhellt wird. Auch der abgeworfene Heckkonusbereich wird im Notfall ausgeleuchtet.

Licht für Fahrwerk, bordeigene Treppe etc.

Zu den weniger offensichtlichen, externen Beleuchtungen gehören noch Lampen im Fahrwerksschacht, an den bordeigenen Treppen und die Beleuchtung der Betankungsstutzen unter der Tragfläche.

Logostrahler

Ein angestrahltes Leitwerk - wie hier bei einer MD-87 der Finnair - kann die Sichtbarkeit deutlich verbessern/Courtesy: Finnair

Die (optionalen) Logostrahler befinden sich an den hinteren Tragflächenspitzen und beleuchten bei Nacht und schlechter Sicht sehr wirkungsvoll das Leitwerk. Das Anstrahlen von Leitwerken wurde diversen Informationen nach von TWA erstmals Anfang der 1970er Jahre an einer Boeing 747 ausprobiert und diente zuerst nur der (gelungenen) Werbewirksamkeit. Schnell zeigte sich aber der positive Nebeneffekt, dass Flugzeuge bei Nacht durchaus besser zu sehen sind, wenn die Leitwerke angestrahlt werden und so begrüßten Sicherheitsexperten generell die Beleuchtung von Leitwerken. Es ist keine Pflicht und somit blieb es bisher den Fluggesellschaften überlassen, ob sie ihre Flugzeuge mit Logostrahlern ausstatten. Selbst bei trübem Regenwetter bei Tageslicht kann die Aktivierung der Logostrahler dazu führen, daß man eine MD-80 unter Umständen etwas besser erkennt, auch wenn sich bei Nebel die Sichtbarkeit des Leitwerks nur unwesentlich erhöht. Da aber zum Beispiel American Airlines ganz bewusst keine Logostrahler verwendet, werden heute ein großer Teil von MD-80 ohne angestrahlte Leitwerke eingesetzt.

Selbst der Hersteller warb für Logolichter, hier mit einer DC-9-50 der Finnair/Courtesy: McDonnell Douglas
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Ein angestrahltes MD-80-Leitwerk kann sehr wirkungsvoll das Logo einer Fluggesellschaft repräsentieren - hier das klassische SAS-Logo!

Positionsleuchten

Positionsleuchten befinden sich an der linken Tragflächenspitze (rote Leuchte) und rechten Tragflächenspitze (grüne Leuchte). Diese Identifizierung wurde von der Seefahrt übernommen und erlaubt eine schnelle Erkennung der Position eines Flugzeuges.

Rollscheinwerfer

Für Rollmanöver in Dunkelheit und/oder schlechter Sicht stehen der Besatzung Rollscheinwerfer zur Verfügung, die sich am Bugfahrwerk  und am Vorderrumpf befinden.

Scheinwerfer gegen Eisansatz etc..

Verschiedene Scheinwerfer am Rumpf ermöglichen das Anleuchten der Tragflächenvorderkante und der Triebwerkseinläufe und erlauben der Cockpitbesatzung auch bei Nacht und/oder schlechter Sicht eine visuelle Kontrolle, ob Eisansatz vorliegt oder nicht.

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