Courtesy and Copyright: md80design
Im August 1978 wurde bekannt, dass PSA zehn DC-9 Super 80 bestellt. Diese waren als Ersatz für Bpeing 727-200 vorgesehen. PSA - Pacific Southwest Airlines war der erste MD-80-Betreiber in den USA, denn ihre erste Super 80 wurde am 17.12.1980 in den Dienst gestellt.
PSA baute bis Mitte der 1980er Jahre eine Flotte von 19 MD-81 und 12 MD-82 auf. Eine Bestellung über fünf weitere MD-80 wurde storniert. Jede MD-80 bot in PSA-Konfiguration 150 Passagieren Platz. Eine Besonderheit war hier, dass an einer Sitzreihe am Notausstieg, die Passagiere mit dem Rücken in Flugrichtung saßen (siehe Sitzplan PSA).
Eine MD-81 der PSA/Courtesy: McDonnell Douglas
Nach eigener Aussage erwies sich die MD-80 bei PSA als wahrer Glücksgriff, denn der Ersatz von Boeing 727 durch die MD-80 innerhalb von nur wenigen Jahren führte zu einer erheblich höheren Wettbewerbsfähigkeit. PSA ersetzte schlicht ein Flugzeug mit drei Triebwerken und drei Mitgliedern im Cockpit (Boeing 727) durch ein Muster mit zwei Triebwerken und zwei Piloten (MD-80). Der Einsatz von MD-80 reduzierte die Betriebskosten erheblich, die deutlich leiseren Treibwerke machten die MD-80 unproblematisch für den Einsatz in Kalifornien. Zusammen mit der seinerzeit größten Flotte von British Aerospace BAe146-200 konnte PSA ohne Sorgen auch Flughäfen in Kalifornien anfliegen, die schon damals wie heute strengste Lärmauflagen verlangen. Auch die MD-80 erfüllte die Auflagen ohne Probleme, wenngleich hier ein paar Jahre später die Regelung getroffen wurde, dass man zugunsten von zwei BAe 146-Abflügen auf einen MD-80-Abflug verzichten könnte, somit mehr Slots erhältlich wären. Die MD-80 konnte die äußerst strengen Lärmschutzbeschränkungen höchst wahrscheinlich nur durch Nutzlasteinschränkungen einhalten, wobei dies auch bei der Boeing 737-200/-300 so war. Bis Mitte der 1980er Jahre war die Flotte von PSA nahezu vollständig erneuert, abgesehen von einer kleinen Teilflotte von DC-9-30, die genau die Lücke zwischen BAe146 und MD-80 schlossen. Mitte der 1980er Jahre forderte aber der heftige Konkurrenzkampf an der Westküste ihren Tribut. Die Erträge pro Passagier sanken, die Rivalen PSA, AirCal und Western Airlines leisteten sich eine Dumpingschlacht.
PSA testete diverse alternative/modifizierte Bemalungen/Courtesy and Copyright: md80design
Schließlich kam es zu einer Konsolidierung. American Airlines übernahmen AirCal (mit Boeing 737/BAe146/MD-82), während Western Airlines durch Delta Air Lines 1987 übernommen wurde. Mit diesen Übernahmen wollten American wie Delta ihre Marktposition im Westen der USA sichern. Die im Osten der USA traditionell sehr starke USAir suchte auch nach Wegen, wie man durch eine Übernahme das Streckennetz auch nach Westen attraktiver gestalten konnte. USAir offerierte eine Übernahme der PSA und PSA stimmte zu. Die Vorbereitungen zur Übernahme erstreckten sich über ca. 12 Monate, die Mitarbeiter wurden auf USAir "getrimmt". Am 09.04.1988 wurde der gesamte Flugbetrieb in die USAir integriert.
Der ehemalige Flugbetrieb von PSA erfuhr radikale Änderungen. Nicht nur, dass die Marke PSA verschwand, sondern das Streckennetz erheblich reduziert wurde. Die BAe146-Flotte wurde bis Anfang der 1990er Jahre aus dem verkehr gezogen, mit sehr bösen Kommentaren von USAir, dass die BAe146 unwirtschaftlich sei. Der Hersteller BAe verwehrte sich gegen diese Attacken und verwies (legitim) darauf, dass PSA dieses Muster doch erfolgreich einsetzte. USAir entschuldigte sich daraufhin öffentlich und sagte, dass es nicht die Schuld des Flugzeugtyps sei, sondern eher die Marktbedingungen, die den Einsatz der BAe146 nicht zulassen würden. Es ist recht interessant, dass die BAe146 vielfach zuerst mit einer 3+3-Konfiguration eingesetzt wurde (so wurde auch das Flugzeug konzipiert!), die Resonanz der Fluggäste aber so verheerend war, dass viele Fluglinien dann eine 2+2-Bestuhlung einführten. Es sei erwähnt, dass selbst bei einer 3+3-Bestuhlung eine BAe146 oder Avroliner erheblich komfortabler ist als eine CRJ100. Alle 31 MD-80 wurden in die Flotte von USAir integriert und zu weiter östlich gelegenen Drehkreuzen der USAir transferiert und diese Gesellschaft bestellte sogar weitere 25 MD-82; dieser Auftrag wurde aber später wieder storniert und einige zur Auslieferung bereitstehende bzw. in der Fertigung befindliche MD-82 wurden gleich an andere Fluglinien vermittelt, so zum Beispiel an China Northern Airlines. USAir setzte ihre MD-80 fortan im östlichen Teil der USA ein.